„Das kann ich besser.“
… dachte ich nach der Trauerfeier für meinen Vater im Jahr 2013. Der Freie Redner hatte uns offenbar nicht richtig zugehört und „frei“ hieß nur nicht-religionsgebunden.
Okay, ich arbeitete seit Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit. Ich liebe es Geschichten zu erzählen, und mit meinem Gespür für Menschen, fällt es mir leicht, den richtigen Ton zu treffen.
Aber Freie Rednerin werden …. Dazu fehlte mir noch der Mut.
Dabei fasziniert mich die Kraft der Sprache schon mein ganzes Leben. Ich begeistere mich für gut geschriebene Bücher, Zeitungsartikel und Liedtexte. „Gut“ heißt für mich: tiefgehend, lebendig, hintersinnig und witzig. Ich freue mich über neue Wortschöpfungen und über das Auftauchen fast untergegangener Wörter. Ich liebe Wortspiele.
Und egal, ob Hochzeit, Geburt oder Trauer: „Du schreibst immer so berührende Karten und findest genau die richtigen Worte“ hörte ich immer wieder.
Gleichzeitig suchte ich beruflich „etwas Sinnvolles“. Ich wollte das, was ich am besten kann und am liebsten mache für andere einsetzen. Die Idee, Freie Rednerin zu werden, ploppte immer wieder auf.
„Bin ich gut genug?“ fragte ich mich noch, während Kolleginnen und Freunde sicher waren, dass ich genau die Richtige bin. Und war ich nicht die, die anderen immer riet, etwas zu wagen statt später zu bereuen?
Weil Talent und Leidenschaft nur die halbe Miete sind, investierte ich in eine professionelle Ausbildung, hinter der jahrzehntelange Erfahrung und Entwicklung stehen. Ich bekam umfangreiches Werkzeug, mit dem ich meine Kreativität und meine Persönlichkeit sinn- und wirkungsvoll einsetzen kann.
Schon bei der ersten Rede – und den Reaktionen der Zuhörer – wusste ich: Ich kann es (besser). Das ist genau mein Ding. Seitdem lerne ich wunderbare Menschen und ihr Leben kennen. Ich darf Ihnen eine ganz eigene, unvergessliche Zeremonie schenken: fröhlich, ernst, witzig, tröstend, berührend, laut, leise, verspielt, durchdacht, warm und stärkend.
So ist das Leben.